China: „Ein Krieg mit den USA ist unvermeidlich“

China: „Ein Krieg mit den USA ist unvermeidlich“ | Русская весна

Wie die chinesische Staatszeitung "The Global Times" schreibt, ist ein Krieg zwischen den USA und China unvermeidlich, sollte Washington die Forderungen an Peking bezüglich der Bauvorhaben im Südchinesischen Meer nicht einstellen. Die Amerikaner dürften jedoch an ihrer Strategie der globalen Dominanz festhalten und die Lage eskalieren lassen.

Während die USA das globale Netz an Militärbasen immer enger strickt, mangelt es aus Washington nicht an aggressiver Sprache gegenüber der kommunistischen Regierung in Peking. Insbesondere der Versuch Chinas, die territorialen Ansprüche im Südchinesischen Meer durch den Bau von Militäranlagen zu untermauern, wird von den Amerikanern heftigst kritisiert. Denn, wenn überhaupt ein Staat das Recht hat sich militärisch auf dem ganzen Globus auszudehnen, dann gefälligst nur die USA.

"Wenn es die US-amerikanische Grundhaltung ist, dass China seine Aktivitäten zu stoppen hat, dann ist ein amerikanisch-chinesischer Krieg im südchinesischen Meer unvermeidlich", vermeldet die "The Global Times", eine einflussreiche chinesische Zeitung, die sich im Besitz der regierenden Kommunistischen Partei befindet, im heutigen Leitartikel. "Die Intensität des Konflikts wird höher als das sein, was die Menschen normalerweise als 'Spannungen' bezeichnen", so der Kommentator weiter.

Allerdings versucht man in Peking das Blatt an Washington zu übergeben, so dass die zukünftige Entwicklung in den Händen der Amerikaner liegt: "Wir wollen keinen militärischen Konflikt mit den Vereinigten Staaten, aber wenn er kommt, dann müssen wir das akzeptieren." Damit zeigt China, dass es lediglich die eigenen regionalen Interessen gewahrt wissen will, während sich die USA global in die internen Angelegenheiten anderer Länder einmischt.

Peking selbst betonte letzte Woche, dass man "sehr unzufrieden" bezüglich des Flugs eines amerikanischen Spionageflugzeugs in der Region sei, welches die Warnungen der chinesischen Marine geflissentlich ignorierte. Washington selbst anerkennt die chinesische Souveränität in den umstrittenen Gebieten nicht und macht selbst – weit fernab US-amerikanischen Territoriums – eigene Gebietsansprüche geltend. Regionalmächte werden von Washington dabei nicht toleriert. Denn: Wer die eigene Region als "Einflussspäre" betrachtet, gilt als "anachronistisch" und "egoistisch" (wie man das ja im Falle Russlands und der Ukraine deutlich erkennt), während die Vereinigten Staaten gleichzeitig die ganze Welt als ihren direkten Wirkungsbereich ansehen. Möglich, dass die USA nun auch in Ostasien ein Szenario aufbauen, wonach China dann (wie Russland) zum Bösewicht erklärt wird.

Von Marco Maier für Contra-Magazin